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Hans-Peter Pillwaxgestorben am 4. Juli 2026

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Chrisi
schrieb am 11. Juli 2026 um 10.28 Uhr

Lieber Hansi-Peter, alter Schwede.
Es war 1985 als wir uns kennenlernten, im Bus von Laab nach Liesing, als ich das erste Mal nicht wohlbehütet von meiner Mama mit dem Auto chauffiert wurde, sondern alleine meinen Weg angetreten habe. Meine Haltestelle war der Friedhof, also die letzte Zustiegsmöglichkeit in Laab, entsprechend voll war der Bus schon. Du bist hinten gesessen und hattest den Fensterplatz, am freien Platz daneben deine Tasche. Du warst schon immer eine imposante Erscheinung, keiner wagte sich den Platz neben dir einzunehmen, bis auf mich. Nicht weil ich besonders mutig war, sondern weil von Beginn an diese Sympathie da war. Ab diesem Zeitpunkt haben wir viel gemeinsam unternommen, vom Musikhören in Deinem Zimmer, über Kaffeehausbesuche beim Glanz in Mödling - die wir gelegentlich dem Schulbesuch vorgezogen haben, Tischtennis im Gemeindesaal, bis zum Videospielen bei mir, was wir auch schon mal nach draussen auf die Terrasse verlegt haben, weil meine Mama geschimpft hat, dass wir die ganze Zeit im Zimmer verbringen.
Als ich mit 16 dann meine Vespa bekam war unser Aktionskreis größer, wir fuhren nach Mödling ins Chaplin zum Pizza essen und danach ins Zick Zack. Am 22.7.1986 fuhren wir mit unseren Mopeds in die Stadthalle zum Queen Konzert, sicher eines unserer Highlights, Freddy war unser Held. Dass ich mich 40 Jahre und 2 Tage später von Dir verabschieden muss ist etwas surreal.
1988 habe ich meinen Führerschein gemacht, du hattest damals schon deinen ersten Firmenwagen. Knapp 4 Monate nach meiner Fahrprüfung sind wir damit gemeinsam nach England auf die Isle of Wight gefahren, der Liebe wegen, meiner Liebe, aber Du warst immer für so etwas zu haben, bedingungslos.
Unzählige Abende und Nächte haben wir in der Dorfschenke, beim Höflich, im Kakadu Beisl und später im Kaffee Müllers verbracht, Kartenspielend, am Wuzzler oder Flipperautomaten oder einfach, wie die meiste Zeit über, schmähführend und lachend. Was nie fehlen durfte war Bier, wir sind quasi damit aufgewachsen, ich kann mich nicht erinnern, dass wir mal nichts getrunken haben und es war in unserer gesammten Clique die normalste Sache der Welt. Maß und Ziel war hier nie unser Ding, unsere Gemeindesaal Partys oft am, öfter aber über dem Limit.
Durch Deinen Beruf wurdest Du zum gestylten Geschäftsmann, Boss Anzüge, feine Hemden und wenn man den Geruch von Davidoff Cool Water wahrgenommen hat, wusste man dass Du gleich um die Ecke kommen wirst. Ich hab Dich bewundert und habe mir viel von Dir abgeschaut. Es folgte der Umbau des Elternhaus von Andrea, Eure Hochzeit, bei der ich Dein Trauzeuge sein durfte, die Anschaffung von Paco, dem Leonberger, viele Besuche im El guste Espanol in Perchtoldsdorf, das fast zu unserem neuen Wohnzimmer wurde.
Irgendwann kam dann der Moment, bei dem Du Deinen Job aufgrund von einem radikalen Personalabbau unverschuldet verloren hast. Du hattest bis dahin super verdient, warst erfolgreich und hattest Dir dann eine Auszeit gönnen wollen. Ich denke damals kam einiges an Lebenseinschnitten zusammen, es war auch der Moment, an dem wir uns aus den Augen verloren haben.
Warum es so gekommen ist kann ich nur vermuten, auch wenn ich es nie verstehen werde, aber akzeptieren musste. Unseren letzten richtigen Austausch hatten wir im Juni 2016 über Facebook, Du hast mir zur neuerlichen Hochzeit gratuliert, wir wollten uns wieder einmal treffen, es kam nie mehr dazu.
Der Kreis wird sich am 24.7.2026 endgültig schließen, ich muss mich an dem Ort von Dir verabschieden, an dem ich dich 41 Jahre zuvor kennengelernt habe. Ein Teil meiner Jugend und eine meiner prägensten Bezugspersonen wird nicht mehr für mich erreichbar sein, so sehr ich es auch möchte und immer gewollt habe. Machs gut mein Lieber, ich werde Dich immer so in Erinnerung behalten, wie wir die meiste gemeinsame Zeit verbracht haben, gut drauf und immer lachend.